|
| Main | Media | Reviews | DVD |
Der Herr der Ringe - Die Gefährten
(Lord of the Rings - The Fellowship of the Ring, The; USA/NZ, 2001)
Märchen fangen immer mit einem "Es war einmal.." an und zeigen dann eine anfangs wunderschöne Welt, die dann jedoch durch böse Mächte bedroht wird. Auch Tolkiens "Herr der Ringe" mach da keine Ausnahme. Seine Welt, Mittelerde, ist anfangs von Kriegen in Schutt und Asche gelegt, zeigt sich dann wieder in strahlenden Farben und sieht sich schließlich wieder der Gefahr durch das Böse ausgesetzt. Wie ich peinlicherweise gestehen muss gehöre ich nicht zu denen, die einen der bekanntesten Romane aller Zeiten gelesen haben, was ich aber nach diesem Augenschmauß wohl schnellstens nachholen werde, deswegen kann ich hier auch nicht auf die Unterschiede, Stärken bzw. Schwächen in Bezug auf die Romanvorlage eingehen.
Mittelerde, das ist eine Welt der Mythen und Legenden, Abenteuer und Märchen, Lügen und Geheimnissen. Die Gebiete im Westen teilen sich die unterschiedlichen Gruppen auf, die Zwerge, die Elben, die Hobbits und sogar die Menschen. Während man mehr oder minder in Frieden zusammen lebt lauert im Osten die todbringende Gefahr, ein dunkles Land namens Modor in dem all die Gestalten leben, die vom Bösen gezüchtet wurden. Einst wurde dieses Land von Sauron beherrscht, einem grausamen Wesen, dass nach der Macht über ganz Mittelerde griff. Abhängig war er jedoch von einem magischen Ring, der ihn erst zum Herrscher über die düsteren Herrscharen werden ließ, dank ihm konnte er die hässlichen Orks als Armee einsetzen und gegen die restlichen Völker antreten.
"Ein Ring, sie zu knechten,
sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben
und ewig zu binden,
im Lande Mordor,
wo die Schatten drohen."
Doch Sauron verlor, nachdem sein Sieg schon fest stand, doch noch die Schlacht, als ihm die Ringhand vom Menschenkönig abgeschlagen wurde. Anstatt den Ring aber danach zu vernichten wurde er selbst von dessen Macht verführt. Doch auch ihm brachte das magische Kunststück schneller als erwartet den Tod und der Ring ging in den Strömen eines Flußes verloren. Seitdem gilt er als verschollen, die Jahrhunderte vergingen, die Legende von Sauron wurde zum Mythos. Was keiner ahnte war, dass Gollum, eine kaum identifizierbare naive Kreatur der Schatten, den Ring gefunden hatte, ihm verfiel und schließlich in den Wahnsinn getrieben wurde, beseelt vom Gedanken an seinen neuen Schatz, den er niemals hergeben würde. Doch es kam auch der Tag an dem der Ring genug von seinem Träger hatte, und so fiel er schließlich dem abenteuerlichen Hobbit Bilbo Beutlin (Ian Holm) in die Hände. Die Hobbits sind ein kleinwüchsiges Volk, eine Kreuzung zwischen Mensch und Zwerg, die auch mit den Kobolden etwas gemein haben könnten. Doch sie haben ein verspieltes, aber anständiges Gemüt, viele wissen nicht mal von ihrer Existenz, so leben die Hobbits doch in trauter Gemeinsamkeit im blätterreichen Auenland. Schließlich kehrte auch Bilbo hierhin zurück zu seinen Verwandten, ohne jedoch von seinem Pfund diesen zu erzählen. Zu viel Macht hatte er durch diesen, konnte vor den anderen glänzen, und das wichtigste - er verlängerte sein Leben auf ungeheure Weise. Bilbo, mittlerweile weit über 100 Jahre alt, bereitet sich auf seine Geburtstagsfeier vor. Auch sein guter Freund, der Zauberer Gandalf (Ian McKellen), kommt angereist, er will jedoch nicht nur mit Bilbo feiern, sondern auch dafür sorgen, dass er seine Aufgabe erfüllt: er muss den magischen Ring, dessen Herkunft Gandalf nicht erahnt, weiter geben. Bilbo plant außerdem nach der Feier sich auf den Weg wieder ins Abenteuer zu machen, einmal will er noch die wunderschönen Gegenden seiner Jugend sehen bevor er stirbt. Ausersehen als nächsten Ringträger hat Bilbo seinen Neffen Frodo (Elijah Wood), der den Onkel mit dem höchsten Respekt achtet, schon lange ist er für ihn zum Vater geworden. Als Bilbo wirklich verschwindet stellen sich für Frodo viele Fragen, die ihm nur Gandalf beantworten kann, den eine düstere Ahnung über die Herkunft des Ringes beschleicht, als er diesen berührt.
Was Gandalf dem armen Frodo nun eröffnet läßt diesen genauso erzittern wie es den Rest des westlichen Mittelerdes lassen würde, wenn sie es nur wüßten. Sauron ist keinesfalls tot, nur sein Körper wurde zerstört, seit Jahrhunderten sucht sein Geist nun nach dem Ring um wieder an die Macht zu kommen. Und er weiß dank Bilbo nun auch wo der Ring ist, denn wenn er benutzt wird sendet er an seinen Erschaffer Signale aus, auch der Ring verfolgt das Ziel zu seinem ursprünglichen Besitzer zurück zu kehren. Es gibt nur eine Möglichkeit das Unheil von Mittelerde abzuwenden, der Ring muss vernichtet werden, was jedoch nur im Hauptquartier Saurons geht, einer dunklen Festung in den Bergen Modors. Hier, wo die Lava noch glüht, kann der Ring eingeschmolzen und zerstört werden. Frodo fällt nun die Aufgabe zu endlich das zu tun, wozu die Vorfahren der Völker vor Ewigkeiten nicht fähig waren. Und so beginnt er seine Reise, die ihn fürs erste ins Reich der Elben, heller magischer Geschöpfe mit spitzen Ohren und einem ausgeprägten Hang zu Pfeil und Bogen führen soll. Begleitet wird er von seinem Freund Sam (Sean Astin), wie auch eher durch Zufall von den vorlauten und tapsigen Hobbits Merry (Dominic Monaghan) und Peppin (Billy Boyd), die beide jedoch nur Dummheiten im Kopf haben und sich eher auf ein lustiges Abenteuer freuen. Verfolgt werden sie von den Nazgul, neun Geistern der ehemaligen Menschenkönige, die jeder von Sauron einst ebenfalls einen mächtigen Ring erhielten, nicht ahnend, dass sie dadurch dem Bösen verfallen würden und auf die Ewigkeit dazu verdammt wären als gesichtslose Gestalten durch die Welt zu ziehen und Saurons Befehlen zu folgen.
Gandalf versucht in der Zwischenzeit Hilfe bei dem obersten Zauberer Saruman (Christopher Lee) zu finden, hier glaubt er unterstützt zu werden. Doch Saruman erweist sich als Verräter, der auch darauf aus ist Sauron wieder an die Macht zu bringen. In einem magischen Duell verweist er Gandalf auf den Verliereplatz und zwingt ihn, seiner Kräfte beraubt, auf die Spitze seiner Festung, einem hohen dunklen Turm, von der es anscheinend kein Entkommen mehr gibt.
Frodo und seine Gefährten finden in dem Waldläufer Streicher (Viggo Mortensen) einen weiteren Helfer, der sie schließlich durch viele Gefahren zu den Elben führt und sich als Menschen-Königssohn Arragon herausstellt, der innerlich zerfressen von der folgenreichen Schwäche seiner Vorfahren ist, und den eine zarte Romanze mit der amazonenhaften Elbe Arwin (Liv Tyler) verbindet. Zusammen mit dem Bogenschützen Legolas (Orlando Bloom), dem Zwergenoberhaupt Gimli (John Rhys-Davis) und Arragons Wiedersacher Boromir (Sean Bean), einem zwar aufrechten Menschen-Krieger, der jedoch von Anfang an schwört Arragon nie als Herren anzuerkennen und zudem die Vernichtung des Rings als einzige Lösungsmöglichkeit in Frage stellt, macht sich Frodo mit den alten Freunden weiter auf den Weg nach Modor. Der gefahrenvolle Weg führt sie durch Heerscharen von Monstern, durch alte Zwergenmienen und auch zu der Elben-Königin Galadriel (Cate Blanchett), die ebenfalls von dem Ring in Versuchung geführt wird...
Der eigentliche Plot der Geschichte ist äußerst komplex. Tolkien hat ein ungeheuer phantasievolles und vollkommenes eigenständiges Universum erschafft, dass in Peter Jacksons bildlicher Umsetzung zu einer glanzvollen Entsprechung findet. Jackson spielt gerne mit Farben herum, so zeigt er das Auenland anfangs noch in fröhlichen leuchtenden Farben, je näher die Gefahr rückt, desto blasser werden auch seine Bilder. Sehr gegen den üblichen Hollywood-Strich hat Jackson seine Big Budget-Produktion gemacht, hier erlebt man nicht die Bilder aus den üblichen Hochglanz-Filmchen, eher reiht sich "Lord of the Rings" in Jacksons Gesamtwerk mit ein. Der ehemalige Splatter-König, der sich auch im psychologischen Fach bereits mehr als nur als fähig beweisen konnte, setzt auf dass, was er bei seinen billigen ersten Streifen von "Bad Taste" bis "Braindead" gelernt hat. Peter Jackson weiß, wie er die Suggestionskraft des Publikums nutzen kann. Seine monströsen Gestalten zeigen erneut die Verspieltheit des Regisseur gerade was das Kreaturenerschaffen angeht, seine Orks sehen nicht aus wie aus einem Rollenspielbuch entfernt, sondern wie vom Leben zerklüftet, sie sind monströs - so wie es sich gehört.
Auf diesen Film haben Millionen von Menschen wohl sehnsüchtig gewartet. Tolkien schuf in seinem Werk den Grundstein für die Welt der Rollenspiele, ohne ihn würde auch die Computerspieleszene nicht so aussehen wie sie es tut, und vielleicht würden auch keine Heerscharen von Jugendlichen auf der ganzen Welt des nachts im heimischen Wohnzimmer sitzen und sich gedanklich in die Welt der Trolle, Feen und Zauberer versetzen. In einer Zeit, in der die Rollenspielbranche boomt wie nie zuvor, war es eigentlich absehbar, dass man auf den Grundstoff wieder zurück kommen würde. 20 Jahre zuvor war Tolkiens Roman bereits als Zeichentrickfassung umgesetzt wurden und gnadenlos gefloppt.
Der neuseeländische Splatter-Guru Peter Jackson hatte schon lange den Traum die Welten Tolkiens auf der Leinwand real werden zu lassen, ein Wunder, dass man ihm die Verwirklichung dieses Traumes ermöglichte, denn wer würde für drei Filme schon Millionen von Dollar einem Mann anvertrauen, der mit grotesken und geschmacklosen Zombie-Visionen zu Weltruhm gekommen war. Die Chance, dass sich das Projekt lohnen würde war keine sichere Sache. Doch Jackson beweist, dass das Vertrauen in den richtigen Mann gesetzt wurde. Sein "Herr der Ringe" ist nicht nur massentauglich, sondern auch künstlerisch nahezu perfekt - auch wenn man bei den meisten der Special Effects recht deutlich sieht, dass sie aus dem Rechner stammen. Der Spannungsbogen ist gekonnt gestrickt, die Welten Tolkiens erschließen sich auch für den unkundigen Zuschauer, die Bildkompositionen sind ein Traum und die Besetzung grandios. Die magischen Momente sind vielfach da und selbst die Tragik des Stoffes, die drohende Versklavung einer ganzen Welt, wird emotionell mehr als nur deutlich.
Vom ersten Moment an kann der Film einnehmen. Wenn er in den ersten zehn Minuten mal schnell ein paar Jahrhunderte Mittelerdischer Geschichte umreißt steigert er schon die Spannung und bereitet auf die atmosphärische Düsternis des Stoffes vor. Auch wenn dann die Ruhe des Auenlandes einkehrt liegt noch immer unheilschwanger ein Hauch von Schrecken auf der Szenerie, obwohl man den Hobbits danach erstmal bei ihrem alltäglichen Leben zu schauen kann.
Die Besetzung zeigt sich perfekt und gleichzeitig ebenso unkonventionell wie der ganze Stoff. Ian McKellen, bestechend intensiv besetzt als Gandalf, ist noch ein recht typischer Schauspieler für einen A-Film, bei dem international doch recht unbekannten Viggo Mortensen als Arragon, der die eigentliche Identifikationsfigur für den Zuschauer darstellt, erweist sich das Besetzungskonzept als recht abstrakt. Alle Schauspieler machen ihre Arbeit jedoch außergewöhnlich gut, von den Haupt- bis zu den Nebenfiguren fällt niemand aus der Rolle.
Wenn nach der letzten Szene die Credits auftauchen macht man eine recht schockierende Erfahrung: der Film ist zu Ende, die Geschichte nicht mal im Ansatz. Der Zustand, dass sich wohl die Mehrheit des Publikums darüber ärgern wird, macht eines doch sicher: der zweite Teil wird genauso ein Blockbuster wie der erste werden. Und prognostizieren läßt sich auch, dass wir hier wohl das selbe Phänomen haben werden, dass "Star Wars" Ende der 70er auslöste - einen niemals endenden Kult um eine Filmreihe, die Franchise wird selbst in zwanzig Jahren noch funktionieren und die "Herr der Ringe"-Trillogie wird noch in Jahren Millionen von Menschen verzaubern dürfen. Peter Jackson hat sich mit diesem Mamut-Werk unsterblich gemacht - und zwar verdient. [srs]
„The Lord of the Rings“ ist ein weltweites bekanntes Buch und vielleicht eines der erfolgreichsten Bücher des vergangenen Jahrhunderts. Das Werk von J.R.R. Tolkien gilt für viele als der Grundstein für die Fantasyliteratur wie wir sie heute kennen. Eine Verfilmung des „Herrn der Ringe“ galt bis vor kurzem als nicht realisierbar und unmöglich. Ein erster Versuch von Ralph Bakshi, der im Jahr 1978 einen Trickfilm produzierte, wurde von der Kritik und den Fans zerrissen....
Gandalf (Ian McKellen), der Zauberer, sucht Bilbo Beutlin (Ian Holm), den Hobbit, zu seinem 111. Geburtstag im bis dahin friedlichen Auenland auf. Gandalf der Graue stellt während den Feierlichkeiten fest, dass Bilbos Zauberring und der lange verschollene Meisterring des bösen Magiers Sauron identisch sein könnten. Nachdem sich Gandalf davon überzeugt hat, dass Bilbos Kleinod Saurons Meisterring ist, überredet er Bilbo den Ring aufzugeben und als Erbstück Frodo zu überlassen. Gleichzeitig macht sich Bilbo auf den Weg zu den Elben, um dort seinen Lebensabend zu verbringen. Frodo (Elijah Wood), Bilbos Neffe, nimmt den Zauberring Bilbos in Besitz und verlässt auf Gandalfs Rat kurze Zeit später das Auenland, um sich und den "Einen Ring" vor Sauron, dem Dunklen Herrscher von Mordor, in Sicherheit zu bringen. Der Ring gehörte einst ihm und gelangte auf Umwegen in den Besitz von Gollum, einem in Höhlen unter dem Gebirge lebenden Geschöpf. Auf einer früheren Reise überlistete Bilbo Beutlin ihn und nahm den Ring an sich. Frodo begibt sich nicht allein auf diese Reise quer durch Mittelerde; ihn begleiteten die Hobbits Sam (Sean Astin), Merry (Dominic Monaghan) und Pippin (Billy Boyd).
Auf ihrer Wanderung nach Bree können die Hobbits nur knapp einer ersten unliebsamen Begegnung mit einem schwarzem Reiter, auch Nazgul genannt, entgehen. Unterwegs stossen sie auf Aragorn (Viggo Mortensen), genannt "Streicher", einem Menschen aus dem Norden Mittelerdes, der Fodo und die restlichen Hobbits überzeugen kann, weiter bis nach Bruchtal zu wandern, dem Sitz des Elbenherrschers Elrond (Hugo Weaving). Der geheimnisvolle Waldläufer, der mit Gandalf befreundet ist, führt die Gemeinschaft fernab der üblichen Handelsstraßen durch die Wälder weiter in Richtung Bruchtal. Kurz vor dem Ziel werden sie abermals von insgesamt fünf Schwarzen Reitern, Saurons Dienern, auf der Wetterspitze überfallen, wobei Frodo schwer verwundet wird. Auf dem weiteren Weg nach Bruchtal trifft die Gruppe auf Arwen (Liv Tyler), der Tochter Elronds. Nach einer wilder Verfolgungsjagd kann sich Arwen mit dem schon dem Tode nahen Frodo über die Lautwasser retten, dem Grenzfluß zu Bruchtal. Die Verfolger in Form der neun schwarzen Reiter Saurons werden durch einen Zauberspruch Arwens von den reißenden Fluten des Gewässers vorerst außer Gefecht gesetzt. In Bruchtal findet Frodo Zeit zur Genesung und begegnet endlich wieder Gandalf, der aus Isengart und aus den Fängen des von der bösen Macht verführten Magiers Saruman (Christopher Lee) fliehen konnte. Auch seinem Onkel Bilbo begegnet Frodo wieder und wird von ihm reich beschenkt. Am Hofe von Elrond, dessen Weisheit überall in Mittelerde bekannt ist, treffen sich Botschafter jener Länder, die noch nicht unter Mordors Herrschaft stehen. Es wird darüber beraten, wie man sich der zunehmenden Macht Saurons entziehen könne. Man beschließt zu tun, was Sauron am wenigsten erwarten würde: den "Einen Ring", einst geschmiedet von Sauron und Inbegriff seiner Stärke, heimlich ins Land Mordor weit im Süd-Osten zu tragen und im Schmiedefeuer des Schicksalsbergs zu vernichten. Die Gemeinschaft besteht nun aus neun Verschworenen: dem Ringträger Frodo, den drei Hobbits Sam, Merry und Pippin, dem Zauberer Gandalf, dem Waldläufer Aragorn, dem Krieger Boromir (Sean Bean), dem Elben Legolas (Orlando Bloom) und dem Zwerg Gimli (John Rhys-Davis).
Sie ziehen durch das vereinsamte Land Hulsten, südlich von Bruchtal. Der direkte Weg nach Osten über das Nebelgebirge ist am Rothorn-Pass unerwartet durch einen mächtigen Zauberspruch Sarumans mit Schnee versperrt worden. Eine Umgehung im Süden scheint unmöglich, weil das Gebiet von dem Istari und Zauberer Saruman beherrscht wird, der einmal der oberste in Gandalfs Magierorden war, bevor die Macht des Ringes ihn korrupierte. Somit verbleibt der Ringgemeinschaft nur noch ein Ausweg und dies sind die Minen von Moria unter dem Nebelgebirge. Vor langer Zeit gehörte das unterirdische Reich den Zwergen, doch nun dient es den kriegerischen Orks, die gemeinsame Sache mit Sauron machen, als Unterschlupf. Dem Überfall der Orktruppen kann die Gemeinschaft gerade noch entfliehen, doch verliert sie auf tragische Weise Gandalf im Kampf gegen einen Dämon aus der alten Zeit Mittelerdes. Er kann den Balrog zwar aufhalten, stürzt jedoch mit ihm in die unendlichen Tiefen Morias. Den Minen entkommen, setzt die Gemeinschaft ihren Weg im Osten des Nebelgebirges durch das Elbenland Lorien fort. Die elbische Herrscherin Galadriel (Cate Blanchett) beschenkt Frodo mit einer Gabe und rüstet sie mit Booten aus, welche die Verschworenen auf dem Anduin zunächst nach Süden tragen, fort von ihren Verfolgern, den Orks Sarumans. Am Wasserfall Rauros werden die Acht erneut von Orks überfallen. Boromir aus Gondor stirbt im Kampf, während der Rest versprengt wird. Frodo, der Ringträger, rettet sich mit Sam auf das gegenüberliegende östliche Ufer des Anduin und setzt seinen Weg in das nahe Mordor fort. Merry und Pippin werden von den Orks verschleppt, die dem Zauberer Saruman dienen. Weil der Vorsprung Frodos bereits zu groß ist, um ihn noch einzuholen, beschliessen Aragorn, Legolas und Gimli, den Entführern der anderen zwei Hobbits nachzusetzen...
Über die Adaption des „Herrn der Ringe“ von dem selbst ernannten Tolkienfan und Regisseur des Streifens ist schon im Vorfeld viel berichtet und gesagt worden. Das Ergebnis auf der Leinwand ist überaus beeindruckend. Peter Jackson hat das erste Buch des „Herr der Ringe“-Zyklus in seiner eigenen Interpretation von einem Fan für die Fans auf die Leinwand gebracht. Wenn man sich auf eine Faninterpretation des Literaturklassikers einlässt, dann wird man von dem Streifen begeistert sein, da er in vielerlei Form neue Filmreferenzen geradezu zelebriert. Buchliebhaber und Puristen, die eine 1:1 Umsetzung erhofften könnten ein wenig enttäuscht sein und die stellenweise eigenwilligen Interpretationen der Story von Peter Jackson, sowie seinen altbekannten Drehbuchautorenmitstreitern Fran Walsh und Philippa Boyens, eher ein wenig kritisch betrachten. Lässt man sich auf die Erzählung der Vorlage ein, die für viele Fans die „Bibel“ der klassischen Fantasyliteratur darstellt, begibt man sich in einen dreistündigen Rausch von beeindruckenden Bildern, Farben, Special Effects und Emotionen. Was dem Film zugute kommt ist die Tatsache, dass Peter Jackson kein typischer Hollywoodregisseur ist, der sich dem filmischen Mainstream verschrieben hat. Vielmehr kann man erkennen, dass die Produktion zwar einen kommerziellen Charakter hat, aber durch den „Independent“-Einfluss von Peter Jackson zu einer genreübergreifenden, eigenständigen und kommerziell unabhänigen, d.h. klischeelosen Verfilmung geworden ist. Der durch Horrorfilme populär gewordene Regisseur vermochte es auch, seine filmischen Wurzeln in „Die Gefährten“ miteinzubauen. Allein schon die Szene als sich Bilbo in Elronds Anwesen unerwartet beinahe in ein „Gollum“-ähnliches Monster verwandelt, als er den Ring am Hals von Frodo erkennt und der visuelle Reichtum an Details der Orks und Uruk-Hais lässt schon jetzt erahnen was in den nächsten beiden Teilen auf den Zuschauer zukommen wird.
Die Schauspieler tragen einen großen Teil zu dem Gelingen des Streifens mit. Allen voran lassen sich Sir Ian McKellen als Gandalf der Graue und Elijah Wood als Ringverantwortlicher Hobbit Frodo Beutlin nennen. Die große Theatererfahrung und die Identifizierung von Sir Ian McKellen mit der Rolle des Gandalfs schlägt sich auch auf die Qualität seiner Darstellung nieder. Ian verkörpert einen Gandalf wie ihn sich die Fans vorgestellt haben, dies kann man alleine schon in Hobbingen sehen, als Gandalf seine Hobbits besucht, die er wegen ihrem zwanglosen Lebensstil so liebt. Dort trifft er auch auf Frodo, gespielt von Elijah Wood, der die Lebenslust der Hobbits und ihre Naivität in Bezug auf die Welt außerhalbs des Hobbitgebietes glaubhaft rüberbringt. Elijah Wood betonte in einem Interview, dass er während den Dreharbeiten immer das Gefühl hatte, eine historische Person in einem realen historischen Kontext zu spielen. Dies untermauert seine glaubhafte und schauspielerische Leistung. Auch die drei restlichen Hobbits der Ringgemeinschaft Sam, Merry und Pippin entsprechen den Erwartungen und verkörpern Hobbits, so wie man sie sich vorstellt. Aragorn oder auch in der hiesigen Umgebung als der Waldläufer „Streicher“ bekannt, der sich später noch als der König des prosportierenden Menschenreiches Gondor zu erkennen gibt, wird von Viggo Mortensen gespielt, dem wirklich große Rollen bisher versagt geblieben sind und der eher Insidern bekannt ist. Auch er ist für die Rolle wie geschaffen, da Viggo das geheimnisvolle und mystische seiner Rolle gekonnt zu nutzen weiss. Mit seiner zurückhaltenden, aber dennoch wenn es notwenig erscheint fordernden Art, gepaart mit der Willensstärke und Größe eines Mitglieds des aufsteigenden Volkes der Menschheit, in einem Mittelerde das in einer sozialen völkerbezogenen Veränderung begriffen ist, trifft auch er die Erwartungen die an seine Rolle gestellt waren. Sein unfreiwilliger Gegenpart ist der eher „schwache“ Boromir, der sich der Kraft des Meisterringes kaum zu widersetzen vermag. Sean Bean verkörpert den „Verräter“ Boromir. Der Schauspieler agierte viele Jahre für das Fernsehen und spielte dort sehr überzeugend, den aus dem einfachen Volk kommenden Offizier Richard Sharpe in vielen TV-Folgen. Auch als Bondwidersacher Alec Trevalyan machte er sich in „Goldeneye“ einen Namen. Er spielt den Part des Boromir überzeugend und man kann an seiner Darstellung sehr gut nachvollziehen, warum die Menschen von den Elben immer wieder als „schwaches“ und leicht zu verführendes Volk angesehen werden. Auch Liv Tyler als Arwen, Cate Blanchett als Galadriel als schon fast unnahbare und geheimnissvolle Elben und Hugo „Agent Smith“ Weaving als Halbelb Elrond können den Erwartungen entsprechen. Allerdings als Elrond in Bruchtal auf die Schwächen der Menschheit zu sprechen kommt, fühlte ich mich unfreiwillig in die „Matrix“ zurückversetzt, in der Hugo Weaving den Evil Guy und den Vertreter der Maschinenwesen Agent Smith verkörperte. Ein Freund von mir gab noch zu Protokoll, dass er nur darauf gewartet hätte das Hugo „Mr.Anderson ähhhh, Frodo“ von sich gibt ;). Ehrlich gesagt kam es mir auch so vor. Auch Orlando Bloom der den Elben Legolas verkörpert bringt das stoische Element der langsam sterbenden Rasse gekonnt rüber und überzeugt in seiner Rolle als Meisterbogenschütze von dem sich selbst ein Robin Hood noch eine Scheibe abschneiden könnte. Gimli gespielt von John Rhys-Davis bleibt für mich etwas in meinen Erwartungen zurück, obwohl er großteils dem Anspruch an seine Rolle gerecht wird. Ihm fehlt ein wenig die Leidenschaft für seine Rolle, welche die anderen Darsteller so auszeichnet. Bleibt noch Christopher Lee als der große „Umschwenker“ und vom Ring verführte Saruman der Weiße übrig. Seine diabolische Seite sollte allen Filmfans durch seine vielfältigen Darstellungen des Graf Dracula bekannt sein. Dieses finstere Element kann Saruman als oberster Magier des Orden der Istari ebenfalls gekonnt unter Beweis stellen. So verwandelt sich Isengart, der Sitz von Saruman, im Verlauf des Films von einem blühenden Paradies zu einer Brutstätte der neu gezüchteten Orkherrenrasse, den Uruk-Hai, welche das Symbol des Magiers Saruman, die weisse Hand, eindrucksvoll auf ihrem Gesicht zu Felde tragen, stets unter Kontrolle des glänzend agierenden Christopher Lee als Saruman.
Die Special Effects sind großartig. Gerade in der Anfangssequenz, die als Rückblick das Ende des zweiten Zeitalters und die entscheidende Schlacht zwischen einem riesigen Heer aus Elben und Menschen gegen ein noch größeres Orkheer, befehligt von ihrem übermächtig erscheinenden Anführers und Ringträgers Sauron darstellt, kommen die heutzutage möglichen überragenden Special Effects zum tragen. Auch eine atemberaubende Kameraeinstellung die Gandalf als Gefangenen Sarumans auf der Spitze von Sarimans Turm Orthanc zeigt und danach sich von dem Turm in die Tiefe stürzt und Saruman in seinen unterirdischen Orkbrutstätten zeigt ist grandios und beeindruckend. Jedoch nehmen die Effekte niemals überhand und bestimmen die Filmhandlung. Vielmehr fügen sie sich in das Mosaik eines funktionierenden und überaus gelungenen Films ein, in dem die Handlung und die schauspielerischen Leistungen und die überwältigende Regiearbeit von Peter Jackson im Vordergrund stehen.
Eigentlich kann man „Die Gefährten“ nicht als Fantasyfilm bezeichnen. Er ist einfach mehr; er ist genreübergreifend und definiert das Niveau eines Blockbusters vollkommen neu. Selbst die bisher besten Fantasyfilme wie z.B. „Kampf der Titanen“, „Conan der Barbar“ oder „Willow“, die das semimoderne Genre des Fantasyfilms geprägt haben, kommen bei weitem nicht an die Megaproduktion von Peter Jackson heran. Den ersten Teil des „Herr der Ringe“ könnte man vielleicht eher in das Genre der Monumentalfilme einordnen. Jedoch ist gilt dieses Genre eigentlich seit Kubricks revolutionären „Spartakus“ bereits als ausgestorben. Somit definiert das Movie „Die Gefährten“ einen neuen Abschnitt in der Filmgeschichte wie vor ihm es nur Filme wie „Metropolis“ von Fritz Lang oder auch „Ben Hur“ mit Charlton Heston oder „Star Wars“ von George Lucas aus dem Jahr 1977 vermochten. Weiterhin steht für mich bereits jetzt eine Folgeerscheinung des neuen „Fantasyhypes“ fest, die zum letzten Mal 1982 mit der Erscheinung von „Conan der Barbar“ und dem Schauspielneuling Arnold Schwarzenegger in Gang gesetzt wurde; viele neue Fantasyfilme die auf dem Hype des „Herrn der Ringe“ mitzuschwimmen versuchen. Beispielsweise ist schon jetzt ein zweiter und dritter Teil des eher mittelmäßigen „Advanced Dungeons&Dragons“ angekündigt, obwohl der erste Teil ein ziemlicher Flop war. Mal sehen was noch alles nachkommt...
Kritik kann aufgrund der hervorragenden Verfilmung und Umsetzung des Stoffes nur marginal sein. So hat mich am meisten der nur durchschnittliche Score enttäuscht. Wer die stimmungsgeladenen Musik aus den Trailern kennt, kann sich vorstellen von was ich schreibe. Sicherlich freue ich mich über die vier Golden Globe-Nominierungen des Streifens, jedoch kann ich nicht verstehen was der Soundtrack darunter verloren hat. Über Enyas Engagement kann man sicherlich streiten. Die schlechteste Wahl ist sie wohl nicht, aber ich hätte einer Loreena McKennitt etwas mehr zugetraut. Auch die Zuschauer die eine detailgetreue Verfilmung des Stoffes erwartet haben, werden eine kleine Enttäuschung erleben, da Peter Jackson eine eigene Interpretation des Stoffes vollzogen hat, die sich aber immer an die Rahmenhandlung des Buches hält. Änderungen sind von ihm nur in Details und meiner Ansicht auch für das Medium Film sinnvoll durchgeführt worden. Man sollte ein Buch und einen Film immer getrennt voneinander betrachten, da es sich hierbei um zwei auch von der Wirkung her unterschiedliche Medien handelt. Somit sind die meisten Änderungen die Peter Jackson vorgenommen hat selbsterklärend. Eine Liebesgeschichte ist für beinahe jeden Film, jedoch auf jeden Fall für eine Großproduktion Pflicht. Daher macht das Ersetzen von Glorfindel durch Arwen durchaus Sinn. Natürlich kann man über das ein oder andere Detail streiten z.B. wie konnte Aragorn gegen fünf Ringgeister relativ leicht bestehen oder wie kam Gandalf nach der Flucht von Orthanc wieder in den Besitz seines Zauberstabes. Aber das Gemeckere sollte man aufgrund der vielen positiven Aspekte des Streifens eher lassen...
Empfehlenswert ist der Film auf jeden Fall und man kann Peter Jackson für diese Verfilmung nur gratulieren. Dies gilt auch für Cineasten die mit Fantasy und märchenhaften Konflikt zwischen Gut und Böse eher weniger anfangen können. Es lohnt sich auf jeden Fall.
[rk]
|
|