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The Fast and the Furious
(Fast and the Furious, The; USA, 2001)
Das Aufheulen der Motoren, das Spüren des Drucks, der mit sich mit zunehmender Geschwindigkeit auf den Körper übertragt und dann die ungeheure Schnelligkeit. Das ist das einzige was Dominic Toretto (Vin Diesel), von seinen Freunden liebevoll Dom genannt, noch einen Kick verpasst – und ihm das Gefühl von Freiheit vermittelt. Dom ist wie alle Jungs seiner Gegend ein Straßenkind, früh hat er seine Eltern verloren und gelernt sich durchzubeißen, auch das Gefängnis konnte ihn nicht kaputt kriegen. Und so wirkt er auf Brian (Paul Walker) heroisch und wird nicht nur zum Freund sondern auch zu seinem Idol. Und dass obwohl Brian ein auf ihn angesetzter Undercover-Cop ist. Seit Monaten wird die Stadt von einer Autobande terrorisiert, die Lastwagen überfällt und dabei mit Vorliebe wertvolle Technikartikel erbeutet. Dominic Toretto paßt ins Bild, er ist der einzige in der Gegend, der auf so gewagte Weise vorgehen würde – und der zudem eine Menge Geld für hochgetunete Autos ausgibt, soviel, dass er das niemals mit seiner kleinen Werkstatt verdienen könnte. Brian jedoch glaubt nicht daran, er entwickelt neue Prinzipien, die Freundschaft zu dem Ex-Knacki, der ihn nach anfänglichen Schwierigkeiten liebevoll in der Mitte seiner Gang aufnimmt, ist ihm bald wichtiger als sein Job. Aber dies hat viele Gründe, auch die Affäre, die er mit Doms schöner Schwester Mia (Jordana Brewster) beginnt. Und vor allem auch der Rausch der Geschwindigkeit dem er sich ebenso bald nicht mehr entziehen kann. Und so nimmt er mit Dom an illegalen Straßenrennen teil, rettet ihn vor den Cops und tritt mit ihm gegen die rivalisierende Straßengang des asiatischen Gangsters Johnny Tran (Rick Yune) an. Was seinem Vorgesetzten Tanner (Ted Levine) schon längst bewußt geworden ist merkt jedoch auch Brian bald, nämlich dass er mehr damit beschäftigt ist Doms Unschuld zu beweisen als seine Schuld...
Die Motorengeschwindigkeit war schon oft Mittelpunkt von Actionfilmen, jedoch wurde sie selten so mitreißend geschildert wie in „The Fast and the Furious“. Das liegt jedoch an den wunderbar gefilmten Stunts, dem richtigen Feeling im Cockpit und den grandios eingesetzten Sound-Effekten, die im Dolby Digital-Kino nur so auf den Zuschauer einstürmen. Leider jedoch nicht am Script, denn das ist mal wieder ziemlich öde geworden. Erzählerisch bewegt sich der Film bestenfalls auf B-Film-Niveau, besonders in der letzten halben Stunde muss man das Gehirn ausschalten um sich nicht schon automatisch zu fragen was der ganze Blödsinn eigentlich noch soll. Als epische Geschichte über Männerfreundschaft mag das Drehbuch einmal angelegt worden sein, ein Buddy-Drama mit einem Grundgerüst, dass man schon x-mal seit Mitte der 80er gesehen hat: guter Undercover-Cop verbrüdert sich mit dem eigentlich Bösen, der jedoch gar nicht wirklich Böse ist. Variationen gibt es hier nicht einmal, nur Klischees. Und die Einführung des, wie könnte es anders sein, asiatischen Gangsters, der richtig fies ist, soll nur davon ablenken, dass die eine der beiden identifikationsfiguren ganz schön Dreck am Stecken hat. Identifizieren soll man sich nur mit dem Autofanatismus des von Shooting Star Vin Diesel sehr sympathisch gespielten Dominic Toretto, nicht mit dessen krimineller Ader. Aber kann man sich wirklich mit nur einem halben Charakter identifizieren? Wohl kaum. Auch Cop Brian taugt kaum dazu, denn seine Motivation bleibt sehr unterentwickelt. Paul Walker darf mit kernigem und strahlenden Blick sich hier vielleicht als Frauenliebling versuchen, als Schauspieler jedoch kaum. Und was seine Womanizerfunktion angeht dürfte Diesel ihn wohl problemlos ausstechen. Frauenrollen bleiben in „The Fast and the Furious“ völlig unterentwickelt, trotz guter Besetzung. Jungstar Jordana Brewster wird fast zur Staffage, der seit ihrem Debüt in „Girlfight“ hochgelobten Michelle Rodriguez ergeht es noch schlechter. Ihre Rolle ist so nichtssagend wie kaum eine andere in dem Film. Aber geht ja auch nicht um Frauen, sondern um kernige Kerle und superschnelle Autos. Für Car-Freaks ist der Film natürlich Pflicht, denn die können hier noch etwas lernen. Solche umgebauten Kisten hat man wohl kaum je auf einer Autommobilmesse oder einem Treffen der VW-Fans gesehen, tiefer gelegt und mit Mini-Computer ausgestattet sind die Fortbewegungsmittel von Dom und Brian. Als Auto-Fan kann man eine Menge Spaß mit dem Film haben, den Nachahmungseffekt sollte man jedoch nicht auskosten, auch wenn seltsamerweise nach dem dreifachen Überschlag alle immer wieder nur mit ein paar Kratzern aus ihren verbeulten Kisten krabbeln. Alle anderen, die nicht widerstehen können: Hirn aus, vom Geschwindigkeitsrausch berieseln lassen, am Ende rausgehen und wieder vergessen. Als Fun-Movie taugt die Karosserie-Orgie immerhin was. [srs]
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