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Schwer verliebt
(Shallow Hal; USA, 2001)
Der sterbende Vater gab dem kleinen Hal einst als letzten Rat auf den Weg, dass er sich niemals mit Frauen abgeben soll, die nicht oberste Klasse sind. Nun ist Hal Larson (Jack Black) Ende 20, neigt zur Fettleibigkeit und wird bei der Beförderung in seiner Firma gerne übergangen. Auch ist dem eigentlich sympathischen Hal seit Kindertagen der Rat des Vaters ins Hirn verbrannt, mit Durchschnitt gibt er sich nicht ab. Leider will die Upper Class der zu vergebenden Damen nichts mit ihm zu tun bleiben und so ist Hal Single solange er zurück denken kann. Da hilft auch weder das ständige aufdringliche Anbaggern von Schönheiten in der Disco, noch das er sich selber einredet, dass er mit seiner schönen Nachbarin Jill (Susan War) zusammen wäre. Die Menschen in Hals Umgebung erklären ihn für bescheuert und überheblich, nur sein bester Kumpel Mauricio (Jason Alexander), der neben wesentlich stärkeren Gewichtsproblemen auch ein paar andere Defizite zu verbuchen hat, steht hinter ihm und baggert fröhlich mit, ist aber auch nicht erfolgreicher als Hal. Eines Tages bleibt Hal jedoch im Fahrstuhl stecken, bei ihm ist aber auch der berühmte Hypnotiseur Tony Robbins (Anthony Robbins), der Hal eine andere Sicht der Dinge verschafft. Nach dem Erlebnis im Fahrstuhl sieht Hal nur noch die innere Schönheit, wahre Albträume werden für Hal zu wunderschönen Engeln, Traumgirls verwandeln sich in ekelerregende Horror-Weiber. Natürlich wundert sich Mauricio warum Hal auf einmal anfängt die Mädels anzutanzen, vor denen er sonst davon rannte. Schließlich begegnet Hal seiner Traumfrau: blond, perfekte Figur, Haut wie Seide und einfach wunderschön. Jedoch nur für ihn. In Wirklichkeit brechen unter Rosemary (Gwyneth Paltrow) ständig die Möbel zusammen. Beide verlieben sich ineinander, Rosemary ahnt jedoch nichts von Hals verquerer Sicht der Realität, dieser selber schöpft auch keinen Verdacht. Problematisierend ist jedoch, dass Rosemary die Tochter von Hals Chef Steve Shanahan (Joe Viterelli) ist - und Hal nun nicht mehr bei der Beförderung ausgestochen wird, sondern sogar zu Shanahans Assistenten wird. Für Hals Umwelt ist nun klar, warum er wirklich mit Rosemary zusammen ist. Und Mauricio arbeitet indessen daran die Hypnose aufzuheben...
"Dumm und Dümmer", "Kingpin", "Ich, beide & Sie" - alles Filme der Gebrüder Farrelly, die deren filmischen Ruf als Chaoten prägten. Den filmischen Brachialhumor Mitte der 90er salonfähig machend zeigten sie sich mit "Verrückt nach Mary" erstmals von ihrer sympathischen Seite, ihre Witze zwischen Sperma und Kotze waren in diesem Film auf eine besondere Weise niedlich. Danach war die Meßlatte natürlich wesentlich höher gesteckt, man erwartete nicht mehr nur einen derb-lustigen Film, sondern auch eine Story. Bereits im nachfolger "Ich, beide & Sie" konnte Jim Carrey zwar rumblödeln, doch so richtig lustig war es selten, die Story außerdem nichtssagend. Von "Schwer verliebt" kann man vom Subjekt des Films jedoch ausgehend auf eine Rückkehr zu den Wurzeln schließen, es geht ja um dicke Menschen - eine Personengruppe die die Farrellys auch schon gerne für fiese Gags mißbrauchte, wofür sie sich auch so manche Kritikerrüge gefallen lassen mußten. Doch weit gefehlt, "Schwer verliebt" geht recht vielschichtig mit seinem Thema um und hat als Kernaussage politisch korrekt, dass bei jedem Menschen die inneren Werte zählen. Diesen Grundsatz vertritt der Film auch vehement, so dass die Gags fast völlig auf der Strecke bleiben. Die wenigen witzigen Dinge sieht man schon im Trailer, alle anderen Gags wirken doch eher eingeschoben und aufgezwängt, so dass man seltenst aus vollem Hals lachen kann.
Enttäuscht dürften die Fans der drolligen Regie-Brüder von ihrem neuen Machwerk sein, denn als Nonsens-Komödie taugt der Film rein gar nichts, als Liebesschnulze hingegen schon eher. Gefallen könnte es auch Fans des begabten Jack Black, der zwar auch einige ziemlich blöde Auftritte ("Kuckuck!") absolvieren muss, aber ansonsten sich auch nach "High Fidelity" wieder als Vollblutkomödiant beweisen kann, gegen den selbst Gwyneth Paltrow, egal ob unter Bergen von Latex bedeckt oder nicht, extrem blaß bleibt.
Sieht man mal von den flachen Gags ab, die den Rhythmus eher stören als dem eh schon zu langen Film auf die Sprünge zu helfen, bleiben da schon einige tiefschürfende Grundelemente, die jedoch im Endeffekt auch nicht genug vertieft werden.
Nach dem Film steckt man ziemlich tief in der Zwickmühle, denn man kann den Film schwer einordnen. Er hält nicht das, was er verspricht. Nicht mal annähernd ist dies ein normaler Farrelly-Films, so wie ihn die Fans haben wollen, als Proll-Komödie versagt der Film auf ganzer Linie. Wirklich schlecht machen kann man ihn deswegen jedoch nicht, schließlich zeigt er ein vielfaches von dem Niveau eines "Kingpin", mit den früheren Werken kann man "Schwer verliebt" eh kaum vergleichen, wobei man jedoch trotzdem schnell merkt, dass sich die Brüder nicht entscheiden konnten, ob sie nun durchaus erzunehmende Kost produzieren wollen oder weiterhin mit Altbewährtem versuchen wollen auf der Erfolgswelle weiter zu schwimmen. So bleibt nur ein halbgares Filmchen übrigen, bei dem man in jede Richtung oftmals das "Will, aber kann nicht"-Gefühl hat. Schade eigentlich. [srs]
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