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American Pie II

(American Pie II; USA, 2001)

Am Ende der Highschool hatten sie sich geschworen, dass nun alles anders wird. Und, was ist jetzt? Nach einem Jahr College sind Jim (Jason Biggs), Oz (Chris Klein), Kevin (Thomas Ian Nichols) und Finch (Eddie Kaye Thomas) immer noch nicht schlauer. Nach ihren ersten sexuellen Schritten nach dem Abschlußball, der sie wenigstens zu kleinen Männern machte, wollten sie endlich richtige Männer werden, aber das College hat ihnen nicht wirklich was gebracht, die einen sind traurig darum, die anderen nicht. Oz und seine große Liebe Heather (Mena Suvari) sind nicht mehr zu trennen, Kevin schwelgt immer noch in den Erinnerungen an seine Ex-Freundin Vicky (Tara Reid) und Finch will immer noch nur Stifflers Mutter (Jennifer Coolidge) poppen, was zwischen ihm und dem notorischen Schürzenjäger Steve Stifler (Seann William Scott) endgültig Krieg ausgelöst hat. Und Jim? Der liegt am letzten Collegetag mit einer schicken Blondinne im Bett die nur eines will: Sex pur! Wie schade, dass Jim immer noch keine Ahnung hat wie das geht und dass er eine eher negative Überraschung erlebt, als seine Eltern ihn abholen wollen und beim Geschlechtsakt erleben dürfen. Damit endet auch Jims neue große Stunde in einem Desaster.
Der Sommer soll nun alles entscheiden. Die vier Jungs beschließen ein Haus am Strand zu mieten und alle willigen Summer-Girls aufzureißen, eine große Party am Ende des Sommers soll der Höhepunkt werden. Doch alle haben so ihre Probleme damit. Oz bleibt die treue Seele, auch wenn es Heather nach Italien verschlägt und die beiden sich mit Telefonsex begnügen müssen. Kevin hingegen muss nun dauernd wieder Vicky sehen, die jedoch nur noch seine Freundschaft will. Und Finch bereitet sich auf sein Treffen mit Stifflers Mom vor indem er sich dem Tantra verschreibt. Jim hat hingegen ungeheure Angst, denn am Ende des Sommers will Nadja (Shannon Elizabeth) ihn besuchen und endlich das zu Ende bringen was ihr im letzten Schuljahr nicht gelang, sie will aus Jim einen Mann machen. Nur Stifler, der auch notgedrungen mitkommen durfte, scheint überglücklich zu sein, schließlich hat seine Masche noch nie versagt, und so hat er es schließlich darauf abgesehen die zwei heißblütigen Lesben von nebenan zu bekehren...

Was soll ein Film erbringen? Jeder Film muss sich Ziele setzen und dann alles tun um diese zu erreichen. Im Fall von "American Pie II" war dieses Ziel nur eines: die Zuschauer zum lachen zu bringen. Die Story wird dabei doch ziemlich egal. Dass dem absoluten Überraschungserfolg "American Pie", der jetzt schon zu den Klassikern des Teen-Films gehört und eine ganze Welle politisch nicht immer korrekter Filme dieses Genres auslöste, eine Fortsetzung folgen mußte, war wohl seit der Brechung der 100 Millionen Dollar Marke klar. Angst muss man nach dem noch größeren Erfolg der Fortsetzung in den Staaten jedoch vor einem dritten Teil haben, denn der könnte ganz schön lausig werden, auch wenn der zweite Teil doch ziemlich nahtlos an den Stil des Originals anknüpft. Lachen bis der Arzt kommt ist auch hier angesagt, doch im Endeffekt sind die Witze eher eine Kopie der des ersten Teils. Durfte der gute Stifler hier noch Bier mit Sperma-Beigabe trinken, so wird ihm hier auf den Kopf geschifft und es dauert lange bis er merkt was vor sich geht. Und so hat man die meisten Witze in "Pie II" schon in einer Variation im ersten Teil gesehen. Doch das merkt man kaum, der Film ist so lustig, dass man auch nicht merkt wie wenig Potential die Story doch hat, ein Manko, dass dem Script des ersten Teils nicht nachgesagt werden konnte. "American Pie" lebte hauptsächlich von seinen vielen verschiedenen Figuren, die liebevoll in jedes Chaos stolpern durften. Im zweiten Teil hat der größte Teil der Charaktere jedoch kaum noch eine Chance und wird zur bloßen Staffage. Vor allem leidet darunter die Figur des Oz, der im ersten Teil noch eine richtige Hauptrolle hatte. Da er aber nicht mehr hinter Mädels herbaggern darf wie seine Kumpels wird er jedoch sehr uninteressant, so finden Oz und seine Freundin Heather ihre eigenen Szenen nur dank den Telefonsexspäßen, die jedoch recht schwach sind. Auch Kevin, der im Vorgänger schon recht blaß war, darf hier sich nicht weiter entwickeln, eigentlich heult er nur wegen Vicky rum, ansonsten ist er unwichtig. Finch hingegen darf auf dem Level stehen bleiben, den er bereits im ersten Teil hatte, er ist immer noch der schräge Loser und sorgt für so manchen guten Gag. Stifler darf sich aber freuen. Anscheinend zu Gunsten der mittlerweile sehr hoch gestiegenen Popularität von Schauspieler Seann William Scott wird aus einer Nebenfigur eine Hauptfigur, der auch der zweit größte Raum im ganzen Film zugebilligt wird - und der die meisten Lacher einsacken darf. Im absoluten Mittelpunkt steht jedoch, noch wesentlich stärker als im ersten Teil, Jim, der trottlige Junge, der immer alles versaut und keine Peinlichkeit auslassen kann. Er darf beim Masturbieren statt Gleitmittel Kleber benutzen (die Folgen kann man schon erahnen), er darf eine Posaune in den Hintern bekommen und später kleine Kinder mit selbiger schlagen. Ausgebaut wird dann auch zu Gunsten der Love Story, denn auch Jim soll mal Glück haben, die Rolle von seinem One Night Stand Michelle (Alyson Hannigan), die ihm zeigen soll was Frauen wirklich mögen. Alle anderen Frauenrollen von Vicky bis Nadja kann man jedoch vergessen, keine ist insgesamt länger als zehn Minuten auf der Leinwand zu sehen.
Trotz derber Späße bleibt "American Pie II" für jeden sympathisch, was jedoch hauptsächlich daran liegt, dass die Gags einfach nicht genug Biss haben um zu schocken und so trotzdem in ihren Konventionen stecken bleiben. Nach Werken wie "Road Trip", "Tomcats" und den Attacken der Farrelly-Brüder ist es schon relativ normal geworden wenn jemandem auf den Kopf gepullert wird, früher noch ein Ekeleffekt, heute dank Abhärtung nur noch Nonsens. So bleibt der Film eigentlich nur interessant, weil man die Charaktere halt im ersten Teil lieb gewonnen hat und sich mit ihnen identifizieren konnte. In Teil 2 hingegen fehlt die Identifikationsmöglichkeit, einfach weil hier keine glaubwürdige Geschichte erzählt wird. Und was man auch merkt ist, dass hier einige Handlungsstränge abgekürzt wurden, so gab es mehrere Szenen in den der Schauspieler Christopher Penn als Stiflers Vater zu sehen war, auch wurden einige Gags abgemildert. Schade, man kann nur auf eine DVD-Edition mit vielen Deleted Scenes hoffen. So gibt es jedoch zwischendurch auch Szenen, die eher einer Soap entsprungen sein könnten, Szenen die keine Gags haben, lang sind, die Story nur minimal vorantreiben und deshalb auch für entsprechende Längen im Gesamtkonzept sorgen.
Auch wenn die Fortsetzung an den ersten Teil nicht heranreichen kann, so ist er für Fans natürlich ein Muß, dass auch äußerst spaßig ausfällt. Wer den ersten Teil jedoch nicht kennt muss sich das Sequel auch nicht geben, zumal so mancher Gag dadurch unverstanden im Sande versinken würde.

[srs]