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Final Fantasy - Die Mächte in Dir
(Final Fantasy - The Spirits within; JAP/USA, 2001)
Die Erde ist kalt geworden, düster und leer. Es ist das Jahr 2065, vor nunmehr 35 Jahren wurde die Menschheit von Aliens überrannt, die wenigen Überlebenden befinden sich nun in durch Schutzschilde abgetrennten Siedlungen und suchen nach dem Mittel für den Gegenschlag um sich den geliebten Planeten von den Phantoms, wie die unliebsamen Eindringlinge genannt werden, zurück zu erobern. Phantoms nennt man sie weil man sie nicht sieht. Unsichtbare greifen sie an, die bloße Berührung ist meistens schon tödlich, denn sie entziehen den Menschen die Lebensenergie.
Zwei Seiten haben sich in den Reihen der Menschen gebildet. Das Militär, angeführt von dem arroganten General Hein, der seine ganze Familie durch die außerirdischen Invasoren verlor, will den Phantoms mit seiner neuen Errungenschaft, der Zeus-Kanone, einem atomare Sprengkörper verteilenden Geschoss beikommen, indem er die Basis der Aliens, einen riesigen Meteor in den kaspischen Bergen, bombardiert. Ihm entgegen stellt sich jedoch der viel gerühmte Wissenschaftler Doktor Sid, der seine ganz eigene Theorie von Alienbekämpfung hat. Er glaubt, dass die Welt nur durch die Spirits, die unterschiedlichen Seelen des Lebens, zusammengehalten werden und von einer gottähnlichen Materie namens Gaja kontrolliert werden. Die Lösung sieht er in der Zusammenführung der acht Spirits zu einem wesentlich mächtigeren Spirit als dem der Aliens. Doktor Sids Theorie wird jedoch belächelt, dank seiner Popularität findet er jedoch immer wieder einen Rückhalt im großen Rat, der regierenden Gruppe. Wirklich unterstützt wird Doktor Sid jedoch nur von einem jungen Protege, der schönen Wissenschaftlerin Aki Ross, die versucht die Spirits zu finden. Kein Wunder, so wurde sie vor einiger Zeit selbst von einem Phantom angegriffen und berührt, bevor sie jedoch sterben konnte verschloss Doktor Sid die Alienpartikel in einer Membrane, ihr Tod ist jedoch unausweichlich, nur die Spirits können sie retten und sammelt sie in einer implantierten Brustplatte die Spirits in sich. Fünf Spirits hat sie bereits, der sechste wartet in Form einer Pflanze in den Ruinen des zerstörten New York. Als sie hier von Phantoms angegriffen wird, wird sie von einer Spezialeinheit des Militärs gerettet. Als sie den Anführer ihrer Helfer erkennt ist sie jedoch nicht so freudig darüber, es handelt sich um ihren Ex-Geliebten Grey Edwards, den sie, ohne ihm den Grund zu nennen, nach ihrer Infizierung mit dem Alienvirus, verließ. Zwischen ihr und dem verbitterten Grey brechen alte Wunden wieder auf. Als er von General Hein den befehl erhält als Spion für ihn Aki auf ihrer weiteren Mission zu begleiten und beim geringsten Zeichen seltsamer Vorkommnisse sie und Doktor Sid zu verhaften, schlägt er sich, obwohl nicht an Doktor Sids Theorie glaubend, auf Akis Seite. Aki, von seltsamen Visionen heimgesucht, findet schließlich heraus was die Phantoms wirklich sind. Doch bevor sie ihre Erkenntnis weitergeben kann werden sie, Doktor Sid, Grey und seine Crew von General Heins Gefolgschaft, der Greys Verrat wittert und den Einsatz seiner Zeus-Kanone nicht abwarten kann, gefangen genommen und inhaftiert. General Hein macht nun einen folgenschweren Fehler, der ihm Akis neue Theorie bestätigt: die Aliens sind keine Invasoren, sondern die umherschwirrenden Geister einer untergegangenen Zivilisation, die durch den Kometen auf die Erde getragen wurden...
„Final Fantasy“ ist der erste völlig computergenerierte Film, der auch ohne menschliche Schauspieler auskam, die dann am Computer digitalisiert wurden. Hier kommt alles aus der Maschine und über die herausragende Technik kann man nur staunen. Hintergründe, vor allem aus der Natur, wirken völlig real, den Charaktere hingegen merkt man ihre unwirkliche Existenz allerdings noch an, auch wenn auch hier ein Meisterwerk vollbracht wurde. Vor allem in Zooms auf Gesichter oder Hände merkt man doch, dass man keine echten Schauspieler hier hat, Bewegungsabläufe hingegen wirken sehr echt, so dass Pläne die „Hauptdarstellerin“ Aki Ross, die zugegebenermaßen einem Künstler mit ausgeprägtem Gespür für weibliche Optik entsprungen ist, denn Aki Ross ist hundert mal erotischer als alle Lara Crofts zusammen, und dass obwohl sie immer hoch zugeknöpft ist, in anderen Computerfilmen mitwirken zu lassen durchaus Berechtigung haben. Vielleicht sollte man den Charakterisierungen in solchen Werken in Zukunft jedoch etwas mehr Beachtung schenken, denn diese sind in „Final Fantasy“ doch recht einseitig, psychologische Erklärungsversuche, wie zum Beispiel die Bösartigkeit General Heins durch den Verlust der Familie zu erklären, gehen doch etwas daneben.
Mit der gleichnamigen Kultcomputerspielserie hat der Film nur Grundgedanken gemeinsam, es tauchen keine Figuren oder Szenarien aus dem Spiel hier auf, Storyaufbau erinnert an die typische Poesie japanischer Animes, was denn Film eigentlich recht publikumsuntauglich macht. Die Story ist nicht einfach, oftmals verworren und alles andere als Mainstream. Trotz aller Naivität ist „Final Fantasy“ ein recht anspruchsvoller Film geworden auf den ein Einlassen sich als recht schwer gestaltet, versunken in den wunderschönen Bildern und der brillianten Musikkomposition Elliot Goldenthals den Storydurchblick zu behalten ist beim ersten Mal alles andere als einfach. Wenn man dies jedoch nicht schafft besteht allerdings schnell die Möglichkeit, dass sich Langeweile einstellt, denn wie soll etwas spannend sein, dass man nicht versteht?
Der Film orientiert sich an einem japanischen Zielpublikum, kein Wunder, dass er in Amerika nicht der erhoffte Erfolg wurde. Er erzählt eine düstere Sci-Fi-Geschichte, die auch mit ihren Charakteren recht kontrovers umgeht. Frei nach dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip gestaltet sich die Flucht aus der Menschensiedlung und nur wenige der schnell liebgewonnenen Charaktere sollen die Aliengeistern entkommen. Damit rechnet natürlich keiner, die Fluchtsequenz gestaltet sich eh wie bei „Aliens – Die Rückkehr“ kopiert, dass dann ein gutmütiger Weltretter nach dem anderen zu Gott, pardon, zu Gaja fahren darf ist wohl eher eine Überraschung und in dieser extremem Art im Mainstreamkino doch eher verstörend. Die Vermarktung von „Final Fantasy“ als Popcorn-Kino hat zumindest in den USA die Leute eher aus dem Kino vertrieben als hineingeführt, in Europa dürfte man da etwas aufgeschlossener sein. Verdient hat der Film jedenfalls seine Zuschauer, denn in ihm steckt ein gut durchdachtes Märchen, dass tieftraurig und doch wunderschön zu gleich ist. Man sollte nur wissen, dass man sich nur vordergründig auf einen Marathon der Actioneffekte einlässt, innen drin steckt halt viel Anspruch, nicht aber die Coolness eines „Lethal Weapon“-Films und auch nicht die Spannung eines „Alien“-Teils. Wer sich im Anime & Manga-Kino nicht nur wegen extremer Gewalttätigkeiten wohlfühlt kann hier seinen Kinohorizont um ein kleines Stück erweitern, denn trotz aller Naivitäten und Klischees steckt auch sehr viel Kraft in der Story. [srs]
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