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(T)Raumschiff Surprise - Periode 1

((T)Raumschiff Surprise - Periode 1; D, 2004)

Im Jahre 2054 hat die Menschheit den Mars besiedelt, da ihnen eine extraterristische Technologie aus dem Jahr 2004 geholfen hat, den Weltraum zu erobern. 250 Jahre später kehren die Nachkommen der ersten Siedler zurück unter Führung des bösen Regulators Rogul (Hans-Michael Rehberg) und seines diabolisch-komischen Schülers Jens Maul (Rick Kavanian). Ihr Ziel ist es, die Erde zu erobern und deren Bewohner zu vernichten. Und tatsächlich scheint die Lage aussichtslos: Die Invasion hat begonnen. Königin Metapha (Anja Kling) befiehlt dennoch, „nicht den Sand in den Kopf zu stecken“. Denn es gibt eine letzte Hoffnung: Die Besatzung des „(T)Raumschiff Surprise“ muss auf einer Zeitreise die Besiedlung des Mars rückgängig machen. Die Crew hat allerdings eine sehr viel dringendere Mission: Sie steckt mitten in der Vorbereitung ihrer Tanznummer für die „Miss Waikiki Wahl“. Und nimmt deshalb nur sehr widerwillig ein Taxi zur Erde, dass von dem glücklosen Beau Rock (Til Schweiger) gesteuert wird...

Nach dem Überraschungserfolg des guten, aber dennoch überschätzten „Schuh des Manitu“ präsentiert uns der Comedian und das Allroundtalent Michael Herbig, bekannt aus der „Bullyparade“ sein zweites Werk, das den Namen „Traumschiff Surprise – Periode 1“ trägt. Leider ist das „Traumschiff“ nicht mehr so unterhaltsam wie der „Schuh“, denn im Gegensatz zu seinem Erstlingswerk ist das „Traumschiff“ von der Handlung doch recht hektisch und chaotisch geworden. Der „Schuh“ hatte einfach mehr Charme und die Gags waren besser aufgebaut und in die Story eingewoben. Im Traumschiff wirkt alles aneinandergeklatscht, obwohl auch hier, wie im „Schuh“, einige Gags wieder gut funktionieren. Das „Traumschiff“ wurde zudem von Bully mit Gags schon nahezu einem Fließband gleich überladen, so dass man Schwierigkeiten sie in ihrem Umfang überhaupt wahrzunehmen. Wollte uns Bully vielleicht dadurch zwingen den Film mehrfach anzusehen, um die Zuschauerzahlen in die Höhe zu treiben? Naja, das sollte eigentlich nicht der Fall sein und hinterlässt eher einen faden Beigeschmack. Auch nerven mit der Zeit die vielen schwulen Dialoge, die im „Schuh“ noch für eine erfrischende Abwechslung gesorgt hatten, da sie ja auch nicht so geballt und häufig vorkamen. Doch betrachten wir uns auch einmal die positiven Aspekte des Streifens. Die Effekte sind schon nahezu Hollywoodreif und hinterlassen für eine deutsche Produktion einen fantastischen Eindruck. Auch ist mal wieder der Einfallsreichtum von Bully Herbig hervorzuheben. Von „Star Wars“ über „Das fünfte Element“ bis hin zu „Minority Report“ wird die Filmwelt auf die Schippe genommen und in die Story eingearbeitet. Selbst für „Schuh des Manitu“-Parodien konnte sich der Filmemacher entscheiden, was dem Streifen durchaus gut getan hat. Darstellerisch trägt diesmal Rick Kavanian die „Last“ der mehreren Rollen, denn er spielt insgesamt drei Rollen: Schrotty, Pulle und den eigentlichen Antihelden und bösen Gegenspieler Jens Maul. Diese Aufgabe hat der Comedian wirklich gut gemeistert. Michael Bully Herbig und Christian Tramitz spielen ihre Rollen wieder in guter und gewohnter „Scuh des Manitu“-Qualität, tragen aber diesmal nicht die Story, die diesmal mehr um die „Liebesbeziehung“ zwischen Rock und Königin Metapha aufgebaut ist. Aber auch die anderen Darsteller überzeugen in ihren Rollen, allen voran natürlich wieder Sky DuMont, der mal wieder zeigen darf, welch hohen komödiantischen Wert er besitzt. Auch Til Schweiger und Anja Kling spielen ordentlich, haben aber nicht den unterhaltsamen Wert von Rick Kavanian oder Sky DuMont. Hervorzuheben ist auch Christoph Maria Herbst als der Berater des Herzogs. Viele dürften ihn noch aus dem „Bernd das Brot“-Streifen „3 für Robin Hood“ kennen.

Letztendlich kann man „(T)Raumschiff Surprise“ nur sehr ambivalent betrachten. Die einen werden von dem Streifen begeistert sein, da hier, unter tollen Effekten die Bully Gagparade weitergeführt wird, so dass alle Fans der „Traumschiff“-Besatzung ihre wahre Freude am Film haben dürften. Die anderen, zu denen zähle auch ich mich, ist eine gute und spannende Story wichtiger, als eine Aneinanderreihung vielfältiger zum Teil gelungener Gags, die in einem effektintensiven Gewand präsentiert werden. Dass gelungene Effekte noch lange keinen guten Film ausmachen mussten wir ja bei Filmen wie z.B. „Matrix Revolutions“ schmerzhaft erfahren.

[rk]