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The Italian Job - Jagd auf Millionen
(Italian Job, The; USA, 2003)
“Gentlemen, you have been robbed”
Gangster, die ihre kriminellen Machenschaften ohne Gewalt ausüben, besitzen immer einen besonderen Stellenwert in der cineastischen Landschaft. Das wussten die Briten in den 60er Jahren geschickt zu nutzen und erschufen das Genre des “Caper Movie”.
F. Gary Gray (“Verhandlungssache”) lässt dieses Genre mit “The Italian Job” jetzt wieder aufleben und hat einen der intelligentesten und zur gleichen Zeit unterhaltsamsten Filme dieses Jahres auf die Leinwand gebracht.
Chris und seine Gang, die die typischen Elemente einer intelligenten Gangsterbande beinhalten: der Sprengstoffexperte, der Computerfachmann, der Safeknacker und der Fluchtfahrer, rauben einen Safe in Venedig und setzen sich, ohne jemanden zu töten, ab. Als sich einer von ihnen, Edward Norton, als Verräter entpuppt und die Gruppe vermeintlich tötet, beginnt der Film nach einem furiosen Anfang noch besser zu werden. Nach einem Jahr plant der Rest, ihn um die Beute zu bringen und so ihren getöteten Boss (brillant: Donald Sutherland zurück in Venedig J) zu rächen. Unterstützt werden sie dabei von seiner schönen Tochter, die auf der anderen Seite des Gesetzes arbeitet und die Polizei bei Fragen zum Safeknacken berät.
Selten wurde ein Genre so gut, intelligent, rasant und unterhaltsam wiederbelebt.
Die Darsteller sind allesamt brillant und füllen ihre Rollen perfekt aus. Allen voran Edward Norton, der sich einmal wieder selber übertrifft und gekonnt den Verräter gibt.
Die Dialoge und die Darsteller nehmen sich selber nicht ernst und lassen die Story für sich sprechen und selbst Mark Wahlberg und Seth Green scheinen zu echten und an auch guten Schauspielern zu reifen. Natürlich sind die Rollen eher Figuren als Charaktere, aber das stört in diesem Film in keiner Sekunde, denn sie ergeben zusammen ein gutes Bild und ergänzen sich prima. Man hat genau soviel charakterliche Tiefe wie gebraucht wird, um nicht zu angestrengt zu wirken. Was “Ocean´s Eleven” an einigen Stellen vermissen ließ, schafft “The Italian Job” mühelos, denn seine Besetzung verdient nicht 60 Millionen Dollar und hat nicht die Verpflichtung, sich gegenseitig an die Wand zu spielen.
Der Film verzichtet absichtlich auf eine zu rasante Kameraführung und zu avantgardistische Schnitttechnik, denn die hervorragenden Schauspieler und die perfekt geschriebenen Passagen des Films sprechen für sich selber und schaffen es immer wieder neue Überraschungen aufzubieten, die in einer furiosen Verfolgungsjagd in LA endet, aus der die Helden natürlich erfolgreich hervorgehen. Was immer man als erfahrener Kinogänger vorhersagt, tritt in der ein oder anderen Weise ein, aber immer mit einer kleinen Überraschung, die den Zuschauer am Ende mit einem sehr zufriedenen Gefühl aus dem Kino gehen lässt. Von Norton ist die Zuschauer brillante Leistungen gewohnt, aber Mark Wahlberg scheint sich wirklich zu einem guten Schauspieler zu wandeln, der seinen Oberarmen entfliehen kann und erfolgreich das Hirn der Bande spielt.
Gespickt mit kleinen Episoden, die die Handlung rund um den Raub aufheitern wird der Zuschauer unterhalten. Denn in Wirklichkeit hat das Computerhirn der Bande und nicht Shawn Fenning die Musikbörse Napster erfunden. Fenning hat ihm lediglich die Idee, respektive die Diskette geklaut, während er vor dem Computer schlief (napping: ein Schläfchen machen, es bleibt abzuwarten, was die deutsche Synchronisation aus diesem Detail macht).
Ein unterhaltsamer, nicht ernstzunehmender Film, der viele Freunde finden wird und einem auch beim zweiten oder dritten Mal schauen noch eine Menge Freude bereiten wird. Als Hommage an die Gangster-Filme der 60er wurde dann noch eine Verfolgungsjad mit drei (New) Minis eingebaut, die in dem Farben des Union Jacks lackiert sind und nach einem Motor-Tuning durch die Metro von LA jagen, um Edward die Goldbarren abzujagen. “Gentlemen, you have been robbed”. Von nun an können das auch die Amerikaner in ihren Wortschatz einbauen. [mn]
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