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The Transporter
(The Transporter; F/USA, 2002)
Zum vereinbarten Termin parkt Frank (Jason Statham) seinen 7er BMW vor dem Bankgebäude. Er muss nicht lange warten bis vier Männer mit ihrer Beute in sein Auto springen. Doch Frank weigert sich zu starten. Denn der Deal hieß: Drei Männer, nicht vier. Da lässt Frank nicht mit sich reden, Deal ist Deal, da hat er seine Prinzipien. Und seine Regeln. Frank lebt davon, Fracht von einem Ort zum anderen zu transportieren. Und ihm ist es egal, um was es sich dabei handelt. Franks Regel Nummer eins: Stell keine Fragen! Langsam wird es eng für die Bankräuber, doch Frank bleibt stur. Also verabschieden sie sich von ihrem vierten Mann. Auf ihre Weise - und damit endgültig. Jetzt gibt Frank Gas. Das muss er auch, denn die Polizei ist ihnen bereits dicht auf den Fersen. Aber Frank ist ein verdammt guter Fahrer, sein BMW ein verdammt schnelles Auto, und er liebt es, mit den Gesetzeshütern Katz und Maus zu spielen, in der Altstadt von Nizza ebenso wie auf der belebten Croisette in Cannes. Natürlich kann er seine Verfolger abhängen - schließlich hat er einen Ruf zu verteidigen. Frank hatte seinen Dienst bei den Special Forces beendet, um in seinem Traumhaus am Mittelmeer ein ruhiges Leben zu führen. Er lebt allein, liebt einzig und allein sein Auto und hat selten Besucher. Doch selbst als am Morgen nach seiner spektakulären Flucht Kommissar Tarconi (François Berléand) bei ihm aufkreuzt und sich beiläufig erkundigt, ob Frank schon von dem Bankraub gehört habe, bringt ihn das keineswegs aus der Ruhe. Die Polizei hat nichts gegen ihn in der Hand.
Der nächste Job: Ein Paket, 50 Kilo, 250 km. Unterwegs hat Frank eine Panne. Er muss den Reifen wechseln. Dabei sieht er, dass sich das Paket im Kofferraum bewegt. Frank hingegen bleibt unbewegt, denn Regel Nummer zwei lautet: Öffne niemals ein Paket! Er fährt also weiter, doch nach einer Rast kann er seine Neugier nicht mehrunterdrücken. Oder ist es gar Mitgefühl? Er bricht erstmals Regel Nummer zwei und findet eine wunderschöne Asiatin im Kofferraum, gefesselt und mit einem Streifen Gaffer-Tape geknebelt. Lai (Shu Qi) wimmert vor Angst, als sie das Messer in Franks Hand sieht, doch er ritzt ihr nur ein klitzekleines Loch ins Klebeband, damit sie durch einen Strohhalm ein wenig trinken kann. Denn es ist brüllend heiß in Südfrankreich. Aber das war’s dann auch schon mit Franks Gefühlsregungen: Kofferraum zu, und weiter geht die Fahrt! Er will den Job schnell hinter sich bringen. Denn Regel Nummer drei lautet: Wenn Du eine der Regeln brichst, bist Du tot! Er hat kein gutes Gefühl mehr bei dieser Sache. Und trotzdem hält er nochmal an. Lai muss mal, und Frank gestattet ihr, kurz in die Büsche zu gehen. Noch ein Fehler, denn natürlich versucht sie zu fliehen. Als er sie endlich wieder eingefangen hat, stehen bereits zwei Cops an seinem Auto und staunen nicht schlecht, als er mit einer gefesselten und geknebelten Asiatin vor ihnen steht. Mit den beiden Polizisten wird Frank noch fertig, aber er will schnellstens das Mädchen loswerden. Das Ziel seiner Lieferfahrt - eine pompöse Villa, bevölkert von dubiosen Typen und gelangweilten Frauen – ist endlich erreicht, und er kann seine Fracht übergeben. Der Empfänger (Matt Schulze), ein Amerikaner, den alle „Wall Street“ nennen, ist zufrieden und hat schon gleich den nächsten Auftrag parat: Ein kleines Paket soll Frank ausliefern. Darin kann sich beim besten Willen kein Mensch verstecken. Was Frank nicht ahnt: Er transportiert Sprengstoff. Und schon bei der nächsten Rast fliegt sein geliebter BMW in die Luft. Von nun an geht es Schlag auf Schlag: Frank will seinen Auftraggeber zur Rede stellen. Doch in der geheimnisvollen Villa kommt es schnell zu einer ebenso handgreiflichen wie bleihaltigen Auseinandersetzung, der Frank gerade noch in einem geklauten Mercedes entkommen kann. Er traut seinen Augen nicht, als er Lai auf dem Rücksitz vorfindet, die ihren Peinigern ebenso entwischen konnte. Widerwillig nimmt er sie mit in sein Haus. Er ist genervt, dass sie seine Ruhe stört. Und gerade, als es zu einer ersten Annäherung zwischen den beiden kommt, wird sein Haus mit Raketen beschossen und in Schutt und Asche gelegt. Doch sie entkommen dem Inferno, und Lai revanchiert sich auf ihre Art für die Unannehmlichkeiten, die sie in Franks Leben gebracht hat. Das Misstrauen des Kommissars wächst. Frank und Lai werden vernommen, aber niemand kann die Zusammenhänge wirklich erklären. Schließlich erzählt Lai Frank etwas von vierhundert Flüchtlingen in einem Container, und beschuldigt den Besitzer der pompösen Villa, Drahtzieher des Menschenschmuggels zu sein. Doch auch Lais Vater (Ric Young) scheint nicht unerheblich in die Geschichte verwickelt zu sein. Welche Rolle spielt Lai also wirklich? Auf welcher Seite steht sie? Frank ist klar: Er muss noch so mache Regel brechen, um diesen „Auftrag“ endlich zu Ende zu bringen...
„The Transporter“ präsentiert sich als reinrassiger Actionstreifen ohne handlungsintensive Schnörkel. Für die Choreographie zeichnet sich Cory Yuen zuständig, der schon mit Stars wie Jet Li, Delroy Lindo, Michelle Yeoh und Jean-Claude Van Damme zusammengearbeitet hat. Gerade die Actionszenen zeichnen den Streifen aus, da sie sehr kreativ und augenfreundlich in Szene gesetzt wurden. Oftmals ist es heutzutage leider der Fall, dass man von die Kämpfe aufgrund der schnellen und hastigen Kameraeinstellungen und Schnitte nicht oder nur teilweise mitbekommt. Aber auch die Verfolgungsfahrten können sich echt sehen lassen und dürften Actionliebhaber mehr als zufrieden stellen. Allerdings sollte man den Streifen nicht zu ernst nehmen, da etliche Szenen auch übertrieben und teilweise sogar grotesk dargestellt werden, so dass Realitätsfanatiker einige Male mit ihrer Nase rümpfen dürften. Dennoch spielt der Film auch mit diesen Grotesken in den Actionsequenzen, da er sich selbst auch nicht ernst nehmen möchte, sondern lediglich kurzweilig unterhalten will, was auch funktioniert. Der Humor kommt an dieser Stelle auch nicht zu kurz und entwickelt sich gerade in den Konversationen zwischen dem Helden Jason Statham und dem Polizistenmimen François Berléand, den man in solch einer internationalen und kommerziellen Produktion noch nicht bewundern durfte. Gerade diese beiden Schauspieler schaffen es, neben der Ironie und dem Sarkasmus, dem Film auch Esprit und einige ruhige Momente zu geben. Dadurch wird die eigentlich sehr stringente Actionerzählung elegant bereichert. Die Newcomerin Qi Shu, die in „The Transporter“ ihre erste Rolle außerhalb des asiatischen Kontinents übernommen hat, spielt passabel, aber nicht berauschend, da sie an ihre Leistungen, an die der beiden bereits genannten Darsteller, nicht heranreicht. Die restlichen Darsteller sind eigentlich nur Staffage, was eigentlich auch ein wenig schade ist, da die Bösewichte in dem Streifen sehr oberflächlich erscheinen und auch nur wenig Handlungsfreiraum genießen. Dies kann aber auch als Vorteil ausgelegt werden, da die meisten Actionstreifen ihre volle Konzentration auf die Entwicklung der guten und der bösen Seite in einem Film wert legen und sich „The Transporter“ daher etwas von den üblichen Genrestreifen abhebt. Auch der Soundtrack verdient Beachtung und untermauert den Streifen. Den Original-Score komponierte Jazz-Altmeister Stanley Clarke, aber auch Hip Hop von Knoc-Turn’al, Missy Elliott und Tweet, bis West Coast Rap von Nate Dogg und Musik von französischen Künstlern wie DJ Pone, Drixxxe und Replicant unterstützen den Film und heben ihn akustisch von den meisten Actionfilmen ab.
Die Story ist wohl der einzig wirkliche Makel an dem Streifen. Ausgelegt als reiner Actionstreifen bietet „The Transporter“ Unterhaltung pur und wird jeden Actionfan zufrieden stellen. Aber durch den Aufbau einer interessanten und handlungsorientierten Story hätte dieser Streifen noch besser werden können. So kann man sich auf einen Actionfilm einstellen, der aufgrund der besonderen Chemie zwischen den Hauptdarstellern und der Choreographie sogar ähnliche französische Filme wie „Taxi, Taxi“ qualitativ überrundet, aber seine Möglichkeiten dennoch nicht vollends ausgeschöpft hat.
[rk]
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